Urlaubsimpressionen 2021: SPO, Friedrichstadt, Husum, Tönning, Flensburg

SPO ist die gängige Abkürzung für St. Peter-Ording, unserem Urlaubsort im Mai/Juni diesen Jahres. Ich muss allerdings zugeben, dass dieses kleine Städtchen nicht besonders fotogen ist. Obwohl es auf einer recht alten Siedlung basiert (- erste urkundliche Erwähnung 1373 -), findet man nur im Bereich der Dorfstraße im Ortsteil “Dorf” einen kleinen geschlossenen Ortskern mit mehreren historischen Bauwerken. Ansonsten ist SPO ziemlich zersiedelt und von einzeln stehenden Häusern im modernen friesischen Baustil geprägt – Ferienhäusern halt.

Dagegen spielt das ca. 30 km landeinwärts gelegene Friedrichstadt in einer ganz anderen Liga. Die ausgewiesene Museumsstadt wurde 1621 von Herzog Friedrich III als Handelsstadt gegründet. Um seine Neugründung zu beleben, gewährte Friedrich Religionsfreiheit, was u.a. zur Ansiedlung zahlreicher Niederländer führte, die die Stadtentwicklung nachdrücklich prägten. Noch heute erkennt man die planmäßige Anlage der Stadt mit rechtwinklig verlaufenden Straßen und Grachten und vielen Bauten der niederländischen Backstein-Renaissance. Sehr sehenswert!

Husum wurde von seinem berühmten Sohn Theodor Storm als “graue Stadt am Meer” bezeichnet. Das müssen andere Zeiten gewesen sein, denn heute ist Husum eine durchaus bunte und lebendige Stadt. Als Kreisstadt ist sie das wirtschaftliche Zentrum des Kreises Nordfriesland und bietet rund um Binnenhafen und Marktplatz eine Menge schöner Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten. Historische Bausubstanz ist ebenfalls reichlich vorhanden, aber als fotografisch besonders ergiebig würde ich Husum trotzdem nicht bezeichnen.

Die alte Hafen- und Handelsstadt Tönning (1178 erstmals erwähnt) stand lange in Konkurrenz zum nahe gelegenen Friedrichstadt. Das Stadtbild wird vom Hafen mit seiner historischen Bausubstanz geprägt. Auch in der angrenzenden Altstadt findet man viel historische Gebäude und sehenswerte Giebelhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Der niederländische Einfluss ist unverkennbar. Mit Fertigstellung des Nord-Ostsee-Kanals 1895 und der damit verbundenen Durchtrennung der Eider verloren sowohl Tönning als auch Friedrichstadt ihre Bedeutung als Hafenstädte.

Die allermeisten Bilder in diesem Beitrag stammen aus Flensburg. Wir sind wirklich froh, dass wir diesen etwas längeren Abstecher gemacht haben. Die 1248 erstmals erwähnte Stadt ist heute vor allem bekannt durch das dort beheimatete Kraftfahrt-Bundesamt, den Erotikhandel Beate Uhse und natürlich durch das Flensburger Bier. Nur letzteres ist uns bei unserem Besuch begegnet und das war schonmal ein durchaus positives Erlebnis. Die Stadt selbst hat uns besonders gut gefallen. Der historische Hafen ist sehenswert und die Altstadt bietet eine riesenlange Fußgängerzone, von der nach beiden Seiten immer wieder kleine Gassen und lang gestreckte Höfe abzweigen, die allemal einen Besuch wert sind.

Der Höhepunkt unseres Besuchs war aber die Stadtführung: Mit der “Petuh-Tante” Emmi Hansen waren wir gute anderthalb Stunden unterwegs und konnten ein wenig vom Zeitgeist des ausgehenden 19. Jahrhunderts schnuppern, als Flensburg auf dem Höhepunkt seiner wirtschaftlichen Bedeutung war. Die Petuh-Tanten waren übrigens kultuvierte Damen der Flensburger Mittelschicht, die sich bei Fahrten auf Fördedampfern zu Kaffee und Klönsnack (-> Plauderei) trafen. Sie besaßen dazu zumeist ein Dauerticket, ein „Partout-Billet“, von dem der umgangssprachliche Begriff „Petuh“ stammt. Eine der besten Stadtführungen, die ich bisher erlebt habe – absolut empfehlenswert!

(Quelle: wikipedia)

So, genug erzählt – jetzt kommen die Bilder:

2 Kommentare

  1. gerd46

    Sehr schöne Urlaubsstrecke, da wurden alte Erinnerungen wach, da wir eine ähnliche Tour vor Jahren gemacht hatten. Flensburg hat sich um den Hafen stark verändert..

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