Ausflüge an der Riviera di Ponente

Riviera di Ponente – das ist der Küstenabschnitt zwischen Genua und der französischen Grenze, an dem auch unser Feriendomizil Laigueglia liegt. Obwohl wir in diesem Jahr einen ganz entspannten Urlaub gemacht haben – ein paar Ausflüge entlang der Küste und ins Hinterland mussten sein.

Unser erstes Ziel war Sanremo, der wohl bekannteste Ferienort des gesamten Küstenabschnitts. Vor Laigueglia aus erreicht man die 53.000-Einwohner-Stadt über die Küstenautobahn in einer guten halben Stunde. Wir sind an einem Dienstag hingefahren, denn an diesem Wochentag gibt es hier einen italienisch-französichen Markt, den wir uns ansehen wollten. Nun ja – ich fand ihn ehrlich gesagt etwas enttäuschend. Die Stadt selbst ist aber auf jeden Fall einen Besuch wert.

Für uns ist Sanremo eine Stadt der Gegensätze mit mehreren sehr unterschiedlichen Stadtteilen. Da wären zunächst der Hafenbereich mit der Strandpromenade, wo sich mehrere Hafenbecken mit ihren chicen Yachten und schmale Strandabschnitte abwechseln. Dann kommt der elegante Teil der Stadt mit dem Casino, der Russischen Kirche, der noblen Einkaufsmeile und einigen stimmungsvollen Seitengassen mit kleinen Geschäften und Restaurants. Und dann ist da die eigentliche Altstadt, die oberhalb des Ganzen auf einem Hügel liegt. Die Altstadt haben wir in diesem Jahr zum ersten Mal besucht und ich muss sagen, sie ist der komplette Gegenentwurf zur repräsentativen Neustadt. Uns hat sie gut gefallen und wir haben in einem urigen Straßenlokal sehr gut gegessen.

Nicht weit von Laigueglia entfernt liegt das Städtchen Cervo hoch oberhalb der Küste in einem steilen Hang. Cervo ist ein Musterbeispiel für die mittelalterlichen Orte dieser Region. Durch die schmalen, steilen Gassen passt bestenfalls einer der schmalen, dreirädrigen Piaggios. Mitten im Häusergewirr steht die riesige, prachtvoll ausgestattete Kirche Giovanni Battista. Es gibt auch ein paar Restaurants und einige winzige Geschäfte. Alles ist sehr gepflegt und der Ausblick auf die Küstenlandschaft einfach genial. Für uns ein Muss bei jedem Ligurien-Urlaub.

Fährt man in Richtung Genua, gelangt man gleich hinter Alassio nach Albenga. Hier ist der Küstenstreifen relativ breit, so dass genügend Fläche für ausgedehntere Gewerbegebiete und sogar einen kleinen Flugplatz zur Verfügung steht. Die Altstadt von Albenga ist von einer geschlossenen Stadtmauer umgeben und besonders sehenswert. Im Zentrum stehen dicht nebeneinander drei Geschlechtertürme, zwei Kirchen und eine achteckige Taufkirche. Zudem gibt es eine Reihe schöner kleiner Geschäfte und einige typisch ligurische Restaurants. Mittwochs ist in Albenga Markt und der ist richtig groß und gut sortiert. Damit ist unser „Albenga-Tag“ gesetzt!

Von Albenga sind wir entlang des Flüsschens Neva in die Berge gefahren. Noch im Talgrund liegt das Örtchen Zuccarello, das zu einem kurzen Besuch einlädt. Es ist sehr einfach strukturiert und besteht im wesentlichen aus einer einzigen langen Straße. Die ist aber besonders schön, denn sie wird fast in ganzer Länge zu beiden Seiten von Arkaden gesäumt, unter denen man einige kleine Geschäfte und Einkehrmöglichkeiten findet. Oberhalb des Ortes stehen die Reste einer mittelalterlichen Festungsanlage und gleich unterhalb eine mittelalterliche Bogenbrücke.

Gleich hinter Zuccarello geht es steil bergauf. Über eine kurvenreiche Straße erreicht man schließlich die Gemeinde Castelvecchio di Rocca Barbena, die aus einer Burganlage hervorgegangen ist und ein besonders geschlossenes mittelalterliches Stadtbild aufweist. Hier gibt es allerhand zu erkunden und mit etwas Glück ergattert man noch einem Platz in der Trattoria di Malco Claudio, die mittags genau ein köstliches typisch ligurisches Menü aus vier Gängen anbietet.

So, das wars von unserem diesjährigen Italien-Urlaub. Und jetzt noch ein paar Fotos:

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