Sellin, Hiddensee, Mönchgut

Das Seebad Sellin liegt nur wenige Kilometer südlich von Binz. Zwischen beiden Städten verläuft der bewaldete Granitz-Höhenzug, ein beliebtes Wandergebiet. Sellin hat einen anderen Charakter als Binz, was vor allem an seiner Lage auf dem Hochufer liegt. Die  zentrale Wilhelmstraße führt leicht steigend quer durch die Stadt in Richtung „See-Front“ und ist mit prächtigen Villen, Hotels und Geschäften im Stil der Bäderarchitektur gesäumt. Am seeseitigen Ende dieser Prachtstraße geht es steil hinunter zu einem recht überschaubaren Sandstrand. Um den Abstieg zu erleichtern, gibt es einen Schrägaufzug, zwei schräg verlaufende Sträßchen und eine lange, wirklich steile hölzerne Treppe. Der absolute Hingucker ist aber die fast 400 Meter lange Seebrücke mit ihrem Brückenhaus, einem Musterbeispiel der Bäderarchitektur, das zu den Wahrzeichen der Insel Rügen gehört. Am äußeren Ende der Seebrücke findet man zudem eine Tauchglocke sowie Anlegestellen für Ausflugsschiffe. Die Seebrücke ersetzt eine Strandpromenade, denn damit kann Sellin wegen des Steilufers nicht dienen. Es ist natürlich Geschmacksache, aber uns gefällt Binz deutlich besser. Wir finden es gemütlicher und seine kilometerlangen Strände mit Promenade sind für uns durch keine noch so schöne Seebrücke zu ersetzen.

Wir sind schon recht früh mit dem „rasenden Roland“ (- dampfbetriebene Schmalspurbahn -) nach Sellin gefahren und durch die Stadt spaziert. Die Seebrücke haben wir natürlich ausgiebig besichtigt und dann sind wir – nach einer kleinen Stärkung – über den Hochuferweg zurück nach Binz gewandert. Der knapp sieben Kilometer lange Weg durch einen schönen Buchenwald mit tollen Ausblicken ist wirklich super. Etwas Kondition sollte man aber mitbringen, denn es geht ständig auf und ab und das manchmal recht steil.

Ein Ausflug auf die Insel Hiddensee gehört zu einem Rügen-Urlaub einfach dazu. Die Insel ist autofrei (- bis auf ein paar Funktionsfahrzeuge -) und kann nur per Fähre bzw. Ausflugsschiff erreicht werden. Die schmale, lang gestreckte Insel ist nur spärlich besiedelt und ein wahres Naturparadies. Zu dieser Jahreszeit, wenn der Badetourismus noch nicht eingesetzt hat, wirkt Hiddensee richtig beschaulich und entspannt – wirklich schön! Die einzige nennenswerte Erhebung der Insel liegt ganz im Norden bei dem Städtchen Kloster. Auf dem höchsten Punkt steht ein sehenswerter Leuchtturm. Wir sind von der kleinen Hafenstadt Schaprode aus nach Vitte übergesetzt und weiter nach Kloster und zu dem besagten Leuchtturm spaziert. Gegen 17.30 Uhr haben wir die letzte Fähre zurück nach Rügen genommen.

Als „Mönchgut“ wird das südöstliche Ende von Rügen bezeichnet. Es besteht im wesentlichen aus mehreren Halbinseln mit interessanten Namen wie Großer Zicker, Kleiner Zicker und Reddevitz. Genau diese drei Halbinseln haben wir besucht und jeweils kleine Spaziergänge unternommen. Eingekehrt sind wir natürlich auch, denn diese Gegend ist bekannt für ihre guten Fischlokale. Wer einen naturnahen Urlaub fernab vom Trubel der großen Seebäder machen möchte, ist auf dem Mönchgut bestens aufgehoben. In dem ganz im Süden gelegenen Städtchen Thiessow findet übrigens dienstags und donnerstags der ausgesprochen beliebte „Rügenmarkt“ statt, zu dem sogar Ausflugsschiffe von Sellin aus fahren. Hier werden allerhand regionale Spezialitäten und vor allem hochwertiges Kunsthandwerk geboten.

So, genug erzählt, jetzt kommen die Bilder:

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