Eigentlich wollten wir ja mit dem Schiff von Lübeck nach Travemünde fahren. Da man aber bei Regen wenig von einer Schifffahrt hat, haben wir kurzfristig umdisponiert und das Auto genommen. Travemünde ist ein Stadtteil von Lübeck, obwohl es ca. 15 Kilometer Luftlinie entfernt liegt. Als Seebad ist es ein beliebter Urlaubsort mit einem langen Sandstrand, zahlreichen Hotels und einer gut bestückten Strand- und Hafenpromenade. Es gibt auch einen kleinen Altstadt-Kern mit uralten, schiefen Fachwerk- und Backsteinhäusern. Travemünde verfügt zudem über den größten deutschen Ostseehafen, von dem aus Fähren nach Skandinavien, Polen und Lettland verkehren (Skandinavienkai). Die vorgelagerte, schmale Halbinsel Priwall, die man von der Hafenpromenade aus leicht über eine Fähre erreichen kann, punktet mit einem großen Yachthafen und modernen Ferienanlagen. Hier liegt auch die „Passat“, das letzte große deutsche Segel-Frachtschiff, das bis 1957 im Südamerika-Verkehr unterwegs war und heute als Museumsschiff besichtigt werden kann.
Bei unseren Besuch in Travemünde hatten wir zunächst richtig fiesen Regen, der später aber glücklicherweise nachließ. Die Strandpromenade wirkte unter diesen Umständen allerdings etwas traurig und leer. Wir haben in einem Geschäft mit dem bezeichnenden Namen „Schietwetter“ eine Pudelmütze gekauft, die sich bei dem kalten Wind als recht nützlich erwies. Dann sind wir nach Priwall übergesetzt und haben die Passat besichtigt. Die Geschichte dieses Schiffes ist wirklich spannend. Kurz vor seiner Außerbetriebsetzung ist es bei einem schweren Sturm im Atlantik nur knapp dem Untergang entgangen und konnte mit 30 Grad Schieflage gerade noch den Hafen von Lissabon erreichen. Schließlich haben wir noch Deutschlands ältesten Leuchtturm „Hus Blinkefüer“ besichtigt und die Aussicht über Travemünde und Umgebung genossen.
Und jetzt ein paar verregnete Bilder:


















Auch hier, schöne, aber typische, Wetterstimmung für den Norden. Sehr schöne Übersichten und Details.