Nass-kaltes Wetter in Lübeck

Lübeck steht schon seit Jahren auf unserer Wunschliste, aber jedesmal ist etwas dazwischen gekommen. Diesmal hat es endlich geklappt und wir haben die ersten zweieinhalb Tage unseres Urlaubs in der Hansestadt verbracht. Das war optimal, obwohl es beim Wetter noch deutlich Luft nach oben gab. An unserem ersten Morgen regnete es in Strömen und wir haben uns ins Hanse-Museum gerettet, was allerdings eine richtig gute Alternative war. Dann wurde es zwar etwas besser, blieb aber ganz schön kühl mit sporadischen Erfrischungen von oben. Wir waren trotzdem ständig unterwegs und haben die sehenswerte Stadt ausgiebig erkundet.

Das Wahrzeichen von Lübeck ist bekanntlich das Holstentor, das jenseits der Trave steht und den Zugang zur Altstadt bewacht. Es ist wirklich ein faszinierendes Bauwerk und dass es so krumm und schief da steht, macht irgendwie seinen besonderen Charme aus. Vor ca. 100 Jahren hatte der Senat der Stadt übrigens ins Auge gefasst, das Tor abreißen zu lassen. Mit nur einer Stimme Mehrheit hat es diesen Anschlag überstanden. Ein Glück! In einem nahe gelegenen Park steht ein Standbild des Komponisten Johannes Brahms und je nach Perspektive scheint er der Urheber der Schieflage des Holstentors zu sein (s. Foto). Ist er aber nicht. Es liegt vielmehr am Untergrund und der unterschiedlichen Dicke der Mauern in den beiden Türmen.

Was uns noch in Lübeck begeistert hat, sind die zahlreichen Fassaden der Kaufmannshäuser aus der Hansezeit. Viele davon sind aus rotem Backstein gebaut und geben der Altstadt ein besonders einheitliches und geschlossenes Bild. Und dann sind da die zahlreichen Höfe und Gänge. Zwischen den repräsentativen Kaufmannshäusern hatte man schon im frühen Mittelalter Durchgänge geschaffen, die in die leer stehenden Hof-Gevierte führten. Dort baute man einfache Häuser für die weniger „betuchten“ Mitmenschen, „Ganghäuser“ genannt. Die Durchgänge sind zum Teil recht niedrig und eng, was an der einzigen Bauvorschrift liegt, die seinerzeit verfügt wurde: Sie mussten so breit sein, dass ein Sarg hindurch passt.

Die Hauptgeschäftsstraße im Zentrum der Altstadt hat uns weniger begeistert. Nachdem im Krieg etwa 20 Prozent der Bausubstanz durch einen Bombenangriff zerstört wurden, hat man sich hier leider einige Bausünden geleistet. Die fünf großen Stadtkirchen, die mit ihren spitzen Türmen die charakteristische Skyline von Lübeck ausmachen, wurden glücklicherweise wieder originalgetreu in Stand gesetzt.

Und jetzt ein paar Bilder, die leider unter den ungünstigen Wetterbedingungen ein wenig gelitten haben:

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